4. April 2017

Für (noch) kühle Abende: Süßkartoffel-Kichererbsen-Curry

Ein mildes, molliges Curry mit Süßkartoffeln, Kichererbsen und Kokosmilch.

In der Lobau werfen manche Wiener schon ihre Winterpanier ab und hüpfen ohne Vorwarnung nackert an einem vorbei in eine der diversen Lacken. Der Vorteil: Es gibt noch keine Gelsen. Wir testen die Wassertemperatur vorsichtig mit den Zehen. Und trinken lieber das erste Achterl im Gastgarten. Und dann trinken wir sicherheitshalber noch ein zweites. Veronika, der Lenz ist da. 😎

Da es am Abend noch recht frisch ist, kann man aber durchaus ein Curry kochen (das ohnehin eher mild ausfällt). Wer es schärfer mag, wirft einfach noch ein paar Chilischoten hinein. 💃

Süßkartoffel-Kichererbsen-Curry (2 P.)


1 EL Ghee (oder Sonnenblumenöl)
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe

1/2 TL Koriandersamen, gemahlen
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen

1/2 TL Kurkuma 
frischer Ingwer, fein geschnitten oder gerieben
1/2 Glas gekochte Kichererbsen
2 Süßkartoffeln
1 rote Chilischote

200 g Kirschtomaten aus der Dose 
Salz
schwarzer Pfeffer
250 ml Kokosmilch 

1/2 Stk. Porree (die grünen Teile)
etwas Zitronen- oder Limettensaft

etwas Sojasoße
 

Die Kichererbsen in ein Sieb geben und gut abspülen, bis das Wasser nicht mehr schäumt. Die Süßkartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die fein geschnittene Zwiebel und den Knoblauch im Ghee glasig braten. Die Gewürze und den Ingwer dazugeben und kurz weiterbraten.

Dann die Kichererbsen und die Chilischote dazugeben und ein paar mal durchrühren. Mit etwas Wasser, den Kirschtomaten und der Kokosmilch aufgießen, salzen und pfeffern. Ca. 15 Minuten köcheln lassen, dann die Kichererbsen dazugeben und einige Minuten weiterköcheln lassen. 

Die Porreestange in feine Streifen schneiden. Das Curry mit Zitronensaft und Sojasoße abschmecken. Mit Basmatireis servieren und mit dem Porree bestreuen. 


Das aktuelle Küchenlied stammt von der großartigen Christiane Rösinger, die nächste Woche nach Wien kommt, um ihre neue CD Lieder ohne Leiden vorzustellen: Eigentumswohnung

Und am Fensterbrett wartet die Kräuteranzucht darauf, als Freilandkraut ihr Sommerleben am Balkönchen zu verbringen. Hm, dauert wohl noch ein wenig. Ich hoffe, sie halten so lange durch...

V.l.n.r.: Basilikum, Koriander, Schnittlauch, Petersilie
  

28. März 2017

Gefahr für die Bikinifigur: Schokolade-Himbeer-Kuchen

Eine (oder mehrere) Sünden wert: Schokolaaaaade-Himbeer-Kuchen

Bereits sehr frühlingshaft sonnig, jedoch noch recht frisch gestaltete sich das vergangene Wochenende. Der Bärlauch sprießt auch schon recht munter im Prater. Und so kam die bereits im vergangenen Jahr erprobte Bärlauch-Erdäpfel-Cremesuppe auf den Tisch, danach Bärlauchgnocchi, die mich jedoch nicht so recht überzeugten. Liegt wohl an dem rohen Bärlauch, dessen lauchigen Geschmack ich nicht so gern mag. Daher vorerst noch kein Gnocchi-Rezept.

Sehr geschmeckt hat hingegen der Schoko-Himbeer-Kuchen, saisonbedingt mit tiefgekühlten Beeren zubereitet. Es werden ja absurderweise bereits Tassen frischer Himbeeren im Supermarkt angeboten, die aus Kenia stammen. Na bravo.


(Sehr schokolaaadiger) Schoko-Himbeer-Kuchen


250 g Butter
200 g 70%ige Schokolade
3 Eier
200 g Vollrohrzucker
60 g Mehl
2 EL ungesüßter Kakao
1 MS Backpulver
1 MS Sonnentor Aladins Kaffeegewürz (oder gemahlener Kardamom)
1 P. Tiefkühl-Himbeeren

Die Schokolade in Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen. Dann die Butter dazugeben und ebenfalls flüssig werden lassen. Eidotter mit dem Zucker dickcremig mixen, Eiklar zu Schnee schlagen. Die Schoko-Butter-Masse unter die Dotter-Zucker-Masse verrühren. Mehl, Backpulver, Kaffeegewürz und Kakao vermengen und abwechselnd mit dem Eischnee unterheben.

Eine rechteckige Backform mit Backpapier auslegen, die Masse darauf verstreichen. Die Himbeeren gleichmäßig darauf verteilen. Bei 180° ca. 45 Minuten backen. Als Dessert schmeckt der Kuchen auch mit noch etwas flüssigem Kern sehr gut.


Bei unserer Parisreise waren die Koffer beim Rückflug schwerer als beim Hinflug. Und das lag ausnahmsweise nicht an exzessivem Modeshopping. Mein doch recht starker Schnupfen muss wohl meine Shoppinglaune ein wenig getrübt haben. Abgesehen davon waren die Preise recht stolz und die Zeit alles in allem einfach zu kurz.... Mit uns die Heimreise antreten durfte jedoch ein Fläschchen des im Blog bereits vor einiger Zeit erwähnten Pastis Henri Bardouin und ein ganz guter Roséwein. (Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass laue Sommerabende am baugerüstbefreiten Balkönchen eingetrunken werden können). Der Pastis stammt ja aus der Provence. Und jetzt raten Sie mal, wohin uns der heurige (Spät-)Sommerurlaub  führen wird? Richtig. Der Flug nach Marseille im September ist schon gebucht, tchin-thin. 😏


Mitbringsel aus Paris: Der gute Henri Bardouin Pastis

21. März 2017

Ein Lob der kleinen Linse

Räuchersaiblingfilet mit Minzpesto auf Berglinsengemüse

Ein paar laue Tage durften wir in Paris verbringen. Très jolie (abgesehen von der Bierpreisgestaltung, bei der die Franzosen generell eher klotzen als kleckern). In Wien ist das Servitenviertel wohl eines der pariserischten Grätzeln. Hier gibt es seit kurzem das französische Bistrot La Mercerie. Dass ich es bis dato leider noch nicht zu den Öffnungszeiten (ist auch schwierig: Mo-Sa 8.30-19) in die Gegend geschafft hab, werd ich jetzt auch mal ändern. Da das Baguette angeblich köstlichst und die Patisserie direkt aus Paris angeliefert wird, hört man so.

Ebenfalls im Servitenviertel befindet sich seit Herbst 2015 das  Kiang Wine & Dine. Das ist zwar nicht französisch, sondern chinesisch, aber auch dorthin sollte man öfter gehen - wenn man zuvor reserviert hat und daher auch einen Platz bekommt.  

Heute ist ja hochoffizieller Frühlingsbeginn, hip hip hurra! Traurig anzusehen sind nur meine paar Pflanzerl am Balkönchen, die bis jetzt dem doppelten Ungemach durch Winterwitterung und Baustellenschutt stand gehalten haben. Haltet durch - irgendwann muss dieses Unding von Baugerüst doch mal entfernt werden.

Zum Winter-Fadeout köcheln wir zwei Linsengerichte, die aber eh immer, also auch im Frühling gehen. Linsen kommen bei frau recht oft auf den Tisch - besonders die kleineren Sorten, Belugalinsen, kleine schwarze Linsen und Berglinsen, die man nicht einweichen muss und die innerhalb von 30 Minuten weich geköchelt sind. Wichtig ist immer das Hinzufügen von etwas Säure, das macht sie leichter verdaulich. Am besten nimmt man etwas Zitronensaft oder einen milden Essig oder auch Verjus. Auch das Mitkochen einer Scheibe Ingwer ist für die Verdauung förderlich. Und dass Bohnenkraut Hülsenfrüchten auch gut tut, verrät schon der Name. Wurzelgemüse harmoniert wunderbar mit den kleinen Linsen, und auch die Säure von Tomatenpassata oder -mark rundet ein Linsengericht harmonisch ab.  
Wer braucht da noch Speck? 😈

Schwarze Linsensuppe


Zugegeben: Schön ist sie nicht anzusehen, die Schwarze Linsensuppe. Dafür schmeckt sie umso besser. Daher kein Foto. 👀

1 Tasse Schwarze Linsen (Belugalinsen)
1 TL Gemüsesuppenpulver
1/4 Knolle Sellerie
ca. 125 ml Tomatenpassata
eine Scheibe Ingwer
1 Lorbeerblatt
Koriander gemahlen
Kreuzkümmel gemahlen

1 MS Bockshornkleesamen gemahlen
Kräuter der Provence
Kräutersalz

schwarzer Pfeffer
Sauerrahm (oder Obers)
etwas Zitronensaft
frische Kresse

Linsen in kaltem Wasser gut waschen, dann in reichlich kaltem Wasser aufkochen lassen. Sellerie schälen, in kleine Stücke schneiden und zu den Linsen geben. Die Scheibe Ingwer, Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornkleesamen, Kräuter der Provence und die Tomatenpassata dazugeben und ca. eine halbe Stunde köcheln lassen. Wenn die Linsen weich sind, salzen und pfeffern und mit etwas Sauerrahm und Zitronensaft pürieren. Mit frischer Kresse bestreuen.


Berglinsengemüse mit Räuchersaibling und Minzpesto (2 P.)


120 g Berglinsen
1 Scheibe Ingwer
1 Lorbeerblatt
Olivenöl

1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1-2 (gelbe) Karotten
1 kleine Pastinake
1-2 Stk. Stangensellerie
50 ml Weißwein
1 guter EL Tomatenmark
ca. 0,5 l Gemüsebrühe
1/4 TL Kurkuma
1/2 TL Majoran
1/4 TL Bohnenkraut
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
5 Salzkapern
1 Sardellenfilet
1 Spritzer Zitronensaft
Salz, Pfeffer


2 Räuchersaiblingfilets

Die Linsen waschen und mit dem Ingwer und Lorbeerblatt in Gemüsesuppe bissfest köcheln.

Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und in Olivenöl glasig anbraten. Die klein geschnittenen Karotten, Pastinake und Stangensellerie dazugeben und für ein paar Minuten weiterbraten. Tomatenmark unterrühren und mit Weißwein ablöschen. Die Gewürze dazugeben und mit Gemüsesuppe aufgießen.

Die Gemüsemischung zu den bissfesten Linsen geben, klein gehackte Salzkapern und Sardellenfilet (kann man auch weglassen) dazugeben und für ein paar Minuten offen köcheln. Dann mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den Räuchersaiblingfilets und Minzpesto anrichten. Natürlich schmecken die Linsen auch mit einem Semmelknödel.

Minzpesto


1 Bd. frische Minze
2 EL Cashewkerne
1 EL geriebener Hartkäse (z.B. Parmesan)
Olivenöl (so viel dass es dickflüssig ist)
Fleur de Sel
schwarzer Pfeffer

Alle Zutaten mit dem Stabmixer pürieren.


Das Minzpesto stellt schon ein wenig den Übergang zu den leichten Frühlingsgerichten dar, denen wir uns jetzt aber wirklich baldigst widmen wollen. Baba, Winter!

Aktuelles Küchenlied, weil es bei jedem Scott Matthew Konzert immer wieder schön ist: Abandoned 

 

2. März 2017

Orientalischer Einkornsalat mit Ofenkarfiol

Karfiolröschen im Backofen zubereitet. Zu gut, um übrig zu bleiben. Sollte doch noch etwas vorhanden sein, landen sie im schnell zubereiteten Einkornsalat mit orientalischer Note.

Der im Ofen gebackene Karfiol ist einfach zu gut, um nicht aufgegessen zu werden. Sollten es dennoch einige Röschen überleben, landen sie nebst einigen anderen Zutaten in einem Salat.

Orientalischer Einkornsalat mit gebackenem Karfiol und Joghurt-Tahinsoße (2 P.)


200 g Einkornreis (oder Emmer)
Olivenöl
1/2 Zitrone

1 kleiner Karfiol
2 EL Berberitzen
2 EL geröstete ganze Haselnüsse
etwas Ras-el-Hanout

Fleur de Sel
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
100 g griechisches Joghurt (oder Skyr)
1 Knoblauchzehe
1 EL Tahin
Meersalz
frische Petersilie, gehackt

Einkornreis in Salzwasser bissfest kochen. A
bseihen und mit 3 EL Olivenöl, dem Saft einer halben Zitrone und dem Ras-el-Hanout in einer Schüssel vermengen und ziehen lassen.  Haselnüsse grob hacken und mit den Berberitzen zum Einkornreis geben.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Karfiol waschen, putzen und zerteilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit 2 EL Olivenöl beträufeln und Fleur de Sel bestreuen. Für ca. 20 Minuten backen, bis er bissfest ist und Farbe bekommen hat.


Joghurt mit einer gepressten Knoblauchzehe und der Tahinsauce vermengen und mit Salz und frischem Pfeffer abschmecken.

Den Einkornreis mit dem Karfiol anrichten. Die Tahinsauce darüber verteilen und mit der Petersilie garnieren.