20. Februar 2017

It's Sauerkraut time!

Die deftige Variante des österreichischen Dessertklassikers Mohnnudeln: pikante Schupfnudeln mit Sauerkraut.


Es ist wieder Sauerkrautzeit. Ich kaufe es bei der Biobäuerin meines Vertrauens auf dem Markt. Das lustige Lied über das Sauerkraut hatten wir hier ja schon mal. Diesmal machen wir ohne Lied ein deftiges Wintergericht aus dem sauren Kraut, quasi die süddeutsch-österreichische Variante von Gnocchi, und zwar Schupfnudeln (in Tschechien als Šulánky bekannt, in Vorarlberg angeblich Grumpieranüdile oder so ähnlich genannt 😉). Die süße Variante sind die bekannten Mohnnudeln. Das "Schupfen" hat die Bedeutung von "rollen, wälzen" und bezieht sich auf das Formen der Nudeln. Ganz geschickte Küchenjungen können natürlich die Schupfnudeln auch durch ruckartige Bewegungen der Pfanne zum Hüpfen bringen. 😊

Schupfnudeln mit Sauerkraut (2 P.)


375 g vorwiegend festkochende Erdäpfel (z.B. Sorte Laura)
1 Ei
ca. 80 - 100 g Mehl
10 g Speisestärke
geriebene Muskatnuss
Salz, Pfeffer

2 EL Sonnenblumenöl
1 kleine Zwiebel
2 TL Vollrohrzucker
300 g Sauerkraut
1/2 TL Kümmel ganz (evt. weglassen, falls das Sauerkraut schon sehr viel Kümmel enthält)
20 ml naturtrüber Apfelsaft
50 ml Wasser
1/2 TL Suppenwürze 
geriebene Muskatnuss
Salz, Pfeffer

2 - 3 EL Butter 

Erdäpfel weich kochen. Schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit dem Mehl, Stärke, Ei, Salz, Pfeffer und Muskatnuss vermischen. Achtung: Nicht das gesamte Mehl auf einmal dazugeben, sondern nur so viel Mehl nehmen, sodass ein kompakter Teig entsteht, der nicht mehr klebt. Zwei Rollen formen, Stücke abschneiden und Schupfnudeln rollen.

Sauerkraut abspülen und abtropfen lassen.  Zwiebel klein schneiden und in Öl anbraten, Kümmel dazugeben und ein paar mal durchrühren. Das Sauerkraut und den Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Mit Apfelsaft und Wasser aufgießen und würzen. Ein paar Minuten köcheln lassen.

Die Schupfnudeln in Salzwasser kochen. Sie sind fertig, sobald sie an die Oberfläche kommen - und das geht sehr schnell. Sofort mit einem Schaumlöffel herausholen und abtropfen lassen. Dann in einer Pfanne in Butter hellbraun anbraten. Wenn sie hellbraun und leicht knusprig sind, das Sauerkraut gut untermischen und abschmecken.

7. Februar 2017

Vegetarische Bolognese mit Belugalinsen

Schwarze Linsen aus dem Waldviertel für die vegetarische Bolognese, Lorbeerblätter aus eigenem Anbau. -  So gefallen uns Produkte aus Österreich :-)


Die Vorfreude auf den nächsten Italienausflug steigt. Ein bisserl dauert es noch, und so bereiten wir in der Zwischenzeit eine g'schmackige vegetarische Bolognese mit schwarzen Linsen zu. Ich hatte noch die wunderbaren schwarzen Linsen vom Meierhof im Waldviertel, der leider seine Produktion und Vermarktung eingestellt hat. Zum Glück gibt es auch schon Belugalinsen aus österreichischem Anbau. Sie eignen sich ebenfalls hervorragend für dieses pikante Sugo. Man sollte jedenfalls kleine Linsen nehmen, die bissfest bleiben.


Vegetarische Bolognese (2 P.)


Olivenöl
1/2 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Karotten
1 Stange Sellerie
1 gehäufter EL schwarze Oliven ohne Kerne (Taggiasche Oliven in Olivenöl sind ideal)
60 ml Rotwein
50 g Belugalinsen
250 ml klare, kräftige Gemüsesuppe
2 Lorbeerblätter
1 MS Kurkuma
400 g Passata
Oregano, Rosmarin
Meersalz
schwarzer Pfeffer
frisches Basilikum (derzeit leider nicht)

Zwiebel, Knoblauchzehe, Karotten und Stangensellerie klein schneiden und in Olivenöl anbraten. Mit dem Rotwein aufgießen und verkochen lassen. Dann die gewaschenen Linsen dazugeben, mit der  Suppe und der Passata aufgießen. Die gehackten Oliven dazugeben und mit Rosmarin und Oregano würzen.


Ca. 30-35 Minuten köcheln, bis die Linsen bissfest sind, dabei immer wieder umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Pasta nach Wahl und geriebenem Parmesan servieren.


Das Sugo kann auch gut als Lasagnefüllung verwendet werden.

24. Januar 2017

Heute wird geprasst: Weichseltorte mit Parisercreme

Schwarzwälder Weichseltorte mit Parisercreme: Ein klassischer Fall von "Man gönnt sich ja sonst nichts!"


Diesmal etwas völlig Ungesundes, aber Köstliches: eine Variante der Schwarzwälder Kirschtorte mit Parisercreme und Weichseln anstatt Kirschen. Fraumuttern hatte Geburtstag und - sonst eher der gesunden Küche zugetan - goutierte das Törtchen sichtlich :-)



Schwarzwälder Weichseltorte mit Parisercreme


5 Eier
150 g Staubzucker
1/2 TL Vanillezucker
150 g Dinkelmehl Typ 700
25 g Kakao
1 Prise Salz
80 g Butter, geschmolzen

250 ml Schlagobers
175 g Haushaltsschokolade
1 Glas Weichselkompott

150 ml Schlagobers

1 gehäufter EL Staubzucker
Schokoblättchen

Am besten
bereitet man die Pariser Creme bereits am Vortag zu: Dafür 250 ml Schlagobers und die in kleine Stücke gebrochene Schokolade unter Rühren aufkochen lassen, glatt rühren und auskühlen lassen.

Verkehrtes Biskuit herstellen: Eier trennen, Eischnee steif schlagen. Dann Staub- und Vanillezucker und danach die Dotter unterrühren. Mehl und Kakao versieben und vorsichtig unterheben. Danach die geschmolzene, ausgekühlte Butter unterziehen. In einer befetteten und bemehlten Tortenform bei 180° für ca. 20 Minuten backen.

150 ml Schlagobers mit etwas Staubzucker steif schlagen. Parisercreme mit dem Mixer aufschlagen.


Den ausgekühlten Tortenboden einmal horizontal durchschneiden, den unteren Teil zuerst dünn mit einem Drittel des geschlagenen Obers bestreichen. Etwas Parisercreme für die Deko aufbehalten. Die restliche Parisercreme auf dem Tortenboden verstreichen und die abgetropften Weichseln darauf verteilen. Die zweite Tortenbodenhälfte daraufsetzen und die Torte mit Schlagobers bestreichen. Mit Schokoblättchen bestreuen und mit der zur Seite gestellten Parisercreme und Weichseln verzieren.



Und irgendwann wird dann hoffentlich der Frühling zu uns kommen...

30. Dezember 2016

Radicchio tardivo: Ein seltener italienischer Gast


"Des is a Raditschio aus Italien", sagt der Verkäufer am Markt. "Oba i hob da no a Gemüse,
da waß i net amoi, wos des is."

Bei uns landet Radicchio (der Wiener sagt natürlich immer "Raditschio") hauptsächlich in der Salatschüssel. Ein paar verwegene Italienreisende bereiten aber auch schon Risotto mit dem Gemüse zu. Eine spezielle Radicchiosorte ist der Radicchio tardivo. In der Wienerstadt bislang nicht so einfach erhältlich, vergangenen Samstag jedoch am Karmelitermarkt gesichtet und gleich mitgenommen. Die beiden Prachtexemplare auf dem Foto liegen auf dem in diesem Blog bereits belobhudelten Band "Il Po", der diese Radicchiosorte sogar auf dem Buchcover zeigt. Als Standardwerk der italienischen Küche kennt natürlich auch "Der Silberlöffel" etliche Rezepte mit Radicchio. 

Wir machen es uns heute ganz einfach und stecken das hübsche Gemüse ins Backrohr. Passt auch gut zu Fisch.

Gebackener Radicchio tardivo


Radicchio tardivo

Olivenöl
Fleur de Sel
frischer Parmesan, in kleine Stückchen gebrochen

Radicchio waschen, trocken tupfen und der Länge nach halbieren. Den hässlichen, harten  Strunk wegschneiden und die Hälften in eine Auflaufform legen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Fleur de Sel bestreuen. Im Backofen bei 190° Umluft backen. Nach ca. 20 Minuten mit Parmesan bestreuen und für weitere 5 Minuten backen. Der Radicchio sollte am Ende leicht gebräunt und die dickeren, unteren Teil bissfest sein. Die Spitzen der Blätter sind dann leicht knusprig. Einfach, aber gut.