2. März 2021

Cozze gratinate - Ich wünschte, ich wär' in Italien

 

Cozze gratinate - Gratinierte Miesmuscheln für das Fernweh-Dinner daheim.

Da die Gastronomie weiterhin geschlossen bleibt, gehen wir testen, treffen Freunde zum Spazierengehen, gehen dann wieder nach Hause und schwingen selbst den Kochlöffel. Heute gibts mal wieder eine Vorspeise, die uns ein bisschen wehmütig an unsere südlichen Nachbarn und an unsere vergangenen Italienurlaube denken lässt... Naja, irgendwann wieder...

Gratinierte Miesmuscheln (als Vorspeise für 4 P.)

  • 1 kg Miesmuscheln, gesäubert
  • Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Chilischote
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • ca. 100 ml Weißwein
  • etwas Salz  und Pfeffer

Alle Zutaten für den Sud in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen. Die sauberen Miesmuscheln in dem Sud kochen, bis sie sich öffnen. Abgießen und den Muschelsud in einer Schüssel auffangen.

Die Muscheln öffnen und die Hälften mit dem Muschelfleisch auf ein Backblech legen.

Fülle:

  • 80 g Semmelbrösel
  • 2 EL geriebener Parmigiano
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • Olivenöl
  • evt. Salz

Die Zutaten vermischen und mit so viel Muschelsud verrühren, dass eine cremige Masse entsteht. Diese Masse auf die Muschelhälften streichen. Etwas Olivenöl darüber verteilen und im Backrohr bei ca. 230° Oberhitze zwischen 10 und 15 Minuten gratinieren.

Dazu passt Toscanabrot und im Glaserl ein Verdicchio oder auch ein Vermentino di Toscana.


Und wer wissen will, woher der 2. Teil des Titels dieses Blogeintrags stammt und eventuell auch noch eine feine Nachspeise für ein Essen mit Freunden sucht, wird vielleicht hier fündig.

16. Februar 2021

Heringschmaus - diesmal nur für einen Haushalt, dafür Retro

Die passende Lektüre zu den vergangenen frostigen Tagen. 

Wenn wir heuer schon keine ausgelassenen Faschingspartys gefeiert und rauschenden Ballnächte durchgetanzt haben (im Gegensatz zu all den anderen Faschingsaisonen, wie alle, die uns kennen, wissen 😄), so haben wir doch zumindest einen Probe-Aschermittwoch veranstaltet. Der vorgezogene Heringschmaus fand coronabedingt - und daher ungeplant - nur für einen, nämlich unseren eigenen, Haushalt statt, weil der andere Haushalt leider statt Besucher K1 war und die Tage in Quarantäne verbringen musste. 😷

Zum Auftakt ließen wir Flusskrebse in einer 80er Jahre Revival Cocktailsoße schwimmen. War aber  viel besser als in den 80ern. 😂 Die Flusskrebse gab es beim Umar und dazu köstliches Paremi-Baguette. 

Flusskrebse in Cocktailsoße


Die Flusskrebse (in Salzlake) abspülen und in eine Schüssel geben. Eine Mayonnaise herstellen. Dafür  1 Ei, Salz, Pfeffer, 1 TL scharfen Senf, den Saft einer 1/4 Zitrone und 150 ml Öl (Bio-Rapsöl oder Sonnenblumenöl) in einen hohen, schmalen Mixbecher geben. Stabmixer hineinstellen und am Boden mixen, bis sich das Ei mit dem Öl verbunden hat und das ganze mayonnaisig aussieht. Dann den Stabmixer langsam nach oben ziehen und die Masse glatt rühren. Für 2 Portionen dieser Vorspeise reicht ca. die Hälfte der Mayonnaise.

Die Mayonnaise mit etwas (50-100 ml) Sauerrahm, 4 EL (gutem, zB. von Emils Bio-Manufaktur) Ketchup, 1/2 TL süßem Paprikapulver und 1 TL Zitronensaft verrühren und mit Salz, Pfeffer und Piment d'espelette würzen. Die Flusskrebse in der Soße ziehen lassen und dann auf Radicchioblättern anrichten und mit Gartenkresse bestreuen.

Zur 80er Gedenk-Vorspeise unbedingt dieses Video anschauen: I will survive


Danach gab es Miesmuscheln in Weißwein. Das Rezept dafür hier.

Mhhh, das neue Futter kenn ich noch gar nicht... 😸

Und dann gingen wir wieder mal wandern. Oder spazieren. Je nach Definition. Diese Wanderung in den Föhrenbergen bei Mödling bietet jedenfalls zahlreiche lohnende Ausblicke auf Wien, den Wienerwald, Mödling und die restliche Umgebung. Auch bei Frost.


11. Januar 2021

Lockdown Vol. 3 | Curry gegen Carsten

Dieses Curry macht froh: Kohlsprossen-Süßkartoffel-Karotte und Basmatireis 😋🌞

Der aktuelle Lockdown gestaltet sich schön langsam zäh, wird aber unser Leben wohl noch etwas begleiten. Die Stimmung ist daher bei vielen momentan im Keller, wo auch nicht mehr so oft gelacht wird, und das trübe Jännerwetter passt sich der allgemeinen Stimmungslage an. fraus Radius beschränkt sich momentan auf den Weg zwischen Bett, Schreibtisch, Yogamatte und Couch - alles, Sie ahnen es, im selben Zimmer. Ein Ausflug in die Küche bringt Abwechslung. Zum Glück ist der Kühlschrank gut gefüllt. Und auch ein Blick auf die vorhandenen Schokivorräte macht klar, dass noch keine Panikkäufe bei Schokov und Co erforderlich sind. 

Bevor wir zur Schoki greifen, widmen wir uns noch der Gemüsehauptspeise. Kohlsprossen sind ja meiner Meinung nach sehr super, werden aber oft unterschätzt. Sie liefern nicht nur etliche Vitamine und Mineralstoffe und sind, so sie nicht tot gekocht (hallo, Wiener Gemüseküche!) wurden, sehr schmackhaft, sie lassen sich auch recht vielseitig kombinieren. Und Curry passt sowieso immer - zwischen Home Office, Spaziergang und Online Yoga...

Kohlsprossen-Süßkartoffel-Curry (2 P.)

  • 1 EL Kokosöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • frischer Ingwer
  • 250 g Kohlsprossen
  • ca. 300 g Süßkartoffeln
  • 1 Karotte
  • 1 TL Currypulver
  • 1/2 TL Garam Masala
  • 150 ml Kokosmilch
  • ca. 150 ml Gemüsebrühe
  • Saft von einer halben Zitrone
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • gehackte Petersilie oder Koriander

Kohlsprossen waschen und die äußeren Blätter entfernen. Karotte und Süßkartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Die klein gehackte Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in Kokosöl anbraten. Das Gemüse und die Gewürze dazugeben und mit Gemüsesuppe aufgießen. Nach ein paar Minuten die Kokosmilch hinzufügen und das Gemüse weich köcheln. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und mit Kräutern bestreuen. Dazu passt Basmatireis.

Ideal an kalten Wintertagen wie diesen: ein "molliges" Süppchen

Ein Wort, das zu Unrecht aus der Mode gekommen ist, ist "mollig". Was schade ist, handelt es sich doch um ein hübsches Wort, besonders im Zusammenhang mit der Textur einer Speise. Für folgende Suppe gibt es meiner Meinung nach kein passenderes Adjektiv als mollig. 😋 Die Menge ergibt 2 ordentliche Pots voll, sprich 2 Hauptspeisenportionen.

Süßkartoffel-Erdnuss-Suppe


1 EL Raps- oder Olivenöl

1 Schalotte oder kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 rote Chilischote (getrocknet oder frisch)
400 g Süßkartoffeln (je nach Größe 1-2 Stück)
1 Karotte
½ TL Kurkumapulver
½ TL Currypulver
1/2 TL Gemüsesuppenpulver
150 ml Kokosmilch
200 ml Tomatenpassata
2 EL Erdnussbutter oder -mus 
Salz
Pfeffer
1 Spritzer Zitronensaft
etwas frischer Koriander oder Petersilie
evt. schwarzer Sesam oder Schwarzkümmelsamen

Schalotte und Knoblauch schälen und fein würfeln. Süßkartoffeln und Karotte schälen, waschen und würfeln. In einem Topf Öl erhitzen. Schalotte und Knoblauch darin anbraten. Kurkuma, Currypulver, Chilischote und das Gemüse dazugeben. Mit Passata aufgießen, dann Wasser, Gemüsesuppenpulver, Salz und Pfeffer dazugeben. Erdnussbutter und Kokosmilch unterrühren. Alles weich köcheln. 

Die Chilischote entfernen und die Suppe pürieren. Abschmecken und mit frischen Kräutern, schwarzem Sesam oder gehackten Erdnüssen servieren. Wer es gern schärfer mag, verwendet die entsprechende Menge an klein gehackten frischen Chilis und püriert diese mit.  

Während des "harten Lockdowns" erlaubt sind Aktivitäten wie Spaziergänge, die der "psychischen und physischen Erholung" dienen. Hier z.B. der Blick auf die Wienerstadt bei der Begehung des Stadtwanderwegs 1.

Ein weiterer Spaziergang zur psychischen und physischen Erholung führte uns von Stammersdorf über den Bisamberg und wieder zurück nach Stammersdorf (= Stadtwanderweg 5), wo zu unserer großen Freude beim Wieninger am Wochende Take away angeboten wird. 👍🍾🥗🐖

Auch ein Rundgang im Rathauspark inklusive ein bisserl Romantik unterm Herzerlbaum
kann der Erholung dienen. Damit niemand verdursten muss, hat frau sicherheitshalber ein Flascherl Prosecco im Rucksack mitgenommen. 🍷🍾🕯💗
 
Viele Wienerinnen und Wiener nutzen auch die Donauinsel für einen erholsamen Spaziergang.

Ein weiterer Winterausflug führte uns zum Donaualtarm in Greifenstein.

So, langsam wissen wir, wie die Landschaft und die Parks in Wien und Umgebung ausschauen. Es reicht dann bald...

Der Prater schläft...

... und freut sich auf die Wiedereröffnung.... 👻

In der Zwischenzeit empfiehlt es sich zu chillen. Von den beiden kann man durchaus etwas lernen in Sachen "fokussiert sich einer Sache widmen". 😺😺

12. Dezember 2020

Viva la Lebkuchengewürz! Es möge Weihnachtsstimmung verbreiten.

Die Vorweihnachtsstimmung ist noch eher zurückhaltend. Hilfreich könnte u.a. der beherzte Einsatz von Lebkuchengewürz sein - wie bei diesen Muffins. Ein bisserl Glühwein - oder Frizzante - schaden auch selten.


Die Adventzeit (also meine Adventzeit), normalerweise strukturiert durch ein immer sooo chilliges Waldviertelyoga-Wochenende, Adventmarktbesuche, noch mehr Kerzerl als gewöhnlich in der Wohnung aufstellen, Lässiges auf kleinen Designmärkten entdecken, dort und anderswo Glühwein trinken mit - Achtung: Plural! - Freund(inn)en, sich freuen, wenn man genau das richtige Geschenk für jemanden gefunden hat  und als Fixpunkt das "Weihnachterln" am Wochenende vor Weihnachten in unserer Wohnung, bei dem sich viele Freundinnen und Freunde wieder mal, manche nur dieses eine Mal im Jahr, sehen und  sich freuen und essen und reden und trinken und reden und lachen und trinken und reden und das man sicher nicht via Zoom abhalten kann und das daher heuer zum ersten Mal seit gefühlten Jahrzehnten einfach nicht stattfinden wird - DANKE, CARSTEN! - ja, also diese Adventzeit heuer, die kann irgendwie gar nix.

Das Keksebacken muss ich mir auch erst schön trinken, ähm reden, mein ich natürlich. Wobei Rumkugeln wären eh keine schlechte Idee in diesem Jahr. Fix sind die Vanillekipferl, die werden von allen Seiten offensichtlich goutiert. Da ist noch nie was übrig geblieben. Hm, schöne Konstante.

Auch eine Möglichkeit, in Vorweihnachtsstimmung zu kommen, ist der Einsatz von in  unseren Breiten als "(vor)weihnachtlich" eingestuften Gewürzen, empfehlenswert etwa das Sonnentor Lebkuchengewürz. Da ich mich noch nicht zum Keksebacken aufraffen konnte, gabs für die samstägliche Jause Lebkuchenmuffins. Wurden auch als gut befunden, daher hier das Rezept.


Lebkuchenmuffins (9 Stück)


  • 160 g Dinkelmehl
  • 1 gehäufter EL Kakao
  • 120 g Rohrzucker
  • 1 TL Bourbonvanillezucker
  • 125 g geriebene Mandeln
  • 1 gehäufter TL Lebkuchengewürz
  • 1 TL Weinsteinbackpulver
  • 125 ml Milch
  • 75 g Rapsöl
  • 1 guter EL Honig
  • 2 Eier

Muffins sind ja nicht die hohe Backkunst, aber halt schnell und ganz einfach zuzubereiten. Alle Zutaten mit dem Mixer verrühren, in Muffinsformen füllen und bei 175° für ca. 20 Minuten backen. Passen sicher auch zu Glühwein. 😏


(Nach dem) Lockdown Vol. II in der Wienerstadt


Wenn sich 2 Haushalte treffen, sind gleich 3 Gastronomiebetriebe mit Take-away-Angebot involviert. Auch das ist Adventzeit in Zeiten von Carsten.

Die quasi menschenleere Innenstadt ist wie jedes Jahr festlich illuminiert. Noch eine Konstante. 😊

Die Galerien im 1. Bezirk sind immer up to date: Carstenvirus und der Babyelefant. Auf Kunst. Oder wie jetzt? Muranoglas auf jeden Fall. 


Events gibt es zurzeit wieder nur online zu genießen. Der sowieso immer lässige Jazzclub Porgy & Bess bietet unter dem Motto "The show must go on(line)" ein vielfältiges Programm und viel mehr als Jazz. Schwer unterstützungswürdig!



Na dann, hoffen wir auf ein Wunder - ähm "die Impfung" - damit sich unser Sozialleben wieder recht bald normalisieren kann, die Gaststätten und die Grenzen wieder öffnen können und alles wieder..., nein, das wird alles besser dann...

Auf jeden Fall immer passend, aber ganz besonders in dieser Carstenadventzeit passt eine der besten Austrofilmszenen ever.