28. Januar 2022

Neues Jahr mit ohne Vorsätze | Radicchio-Clementinen-Salat | Kohlsprossenauflauf


Radicchio-Clementinen-Salat mit gerösteten Haselnüssen

Das mit den Vorsätzen ist ja so eine Sache. Prinzipiell sind sie ja nichts Schlechtes, die "guten"(?) Vorsätze. Leider halten sie dann oft der Realität im schnöden Alltag nicht stand. Und wer sagt eigentlich, dass das alles unbedingt mit dem Höherschalten einer Jahreszahl einhergehen muss? frau hat auch heuer wieder keine guten Vorsätze gefasst, verbringt wie auch schon in den vergangenen Jahren einen alkoholfreien Jänner (auch diesmal ganz ohne den nervigen #DryJanuary, den jetzt alle verwenden 😄) und versucht sich mit schönen Dingen zu beschäftigen (Bücher ohne und Kino/Theater mit FFP2-Maske, Planung von Frühlings- und Sommerausflügen) und die aktuellen, unglaublich hohen Carstenzahlen und -fakten möglichst gut auszublenden. Funktioniert eh nicht. Ganz ohne Vorsatz ist uns eine neue kleine Glückskatze im wahrsten Sinn des Wortes ins Haus geschneit und bringt dreifärbigen Schwung in die graue Endejännerstimmung. 🐈


Nun aber ab in die Küche: Heute gibt es einen fruchtig-bunten Salat (Vorsatz: leichter essen?) als Vorspeise oder auch Beilage zu Pasta etc. Mit einem natürlich aromatisierten Olivenöl schmeckt der Salat noch fruchtiger.
 

Radicchio-Clementinen-Salat (1 P.)


1/4 Radicchio
1 Clementine
6 Haselnüsse
1 guter EL Olivenöl (Noan mit natürlichem Zitronenaroma) 
1 EL Condimento bianco
1/2 TL Apfelbalsamsenf
Salz, Pfeffer

Haselnüsse sehr grob hacken (in etwa vierteln) und in einer Pfanne kurz anrösten. Radicchio waschen und in feine Streifen schneiden. In eine Schüssel geben. Clementine schälen, in kleine Stücke schneiden und dazugeben. Ausgekühlte Haselnüsse darüberstreuen.

Aus dem Olivenöl, Essig, Salz, Senf und Pfeffer mit etwas Wasser eine Marinade mischen und über dem Salat verteilen.

Als Hauptspeise gibt es einen Homeoffice-tauglichen, weil sehr schnell zubereiteten,  Kohlsprossenauflauf (Vorsatz "leichter essen" gleich wieder gecancelt - es ist schließlich immer noch Winter). Ich mag vor allem die kleineren Kohlsprossen, natürlich bio, die man gleich im Ganzen verwenden kann.



Kohlsprossenauflauf (2 P.)


200 g festkochende Erdäpfel
200 g Kohlsprossen
gemahlener Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1 Ei
125 ml Schlagobers
50 g geriebener würziger Käse (Parmigiano, Pecorino oder auch Bergkäse)

Die geschälten, in Scheiben geschnittenen Erdäpfel 10 Minuten in leicht gesalzenem Wasser köcheln, danach die geputzten Kohlsprossen (ich hatte kleine Kohlsprossen, die ich ganz gelassen habe) dazugeben und weitere 5 Minuten köcheln, dann abseihen.

Gemüse in eine leicht befettete Auflaufform schichten, mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen. Das Obers mit dem Ei verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und über das Gemüse gießen. Käse darüber reiben und ca. 30 Minuten bei 200° backen.

🥄🥣🥄🥣🥄


Das neue Jahr haben wir gleich mal mit einem feinen Essen im Esslokal in Hadersdorf begonnen. So fein darf es ruhig bleiben, das Jahr. Gehobene, sehr kreative Küche, die in einem sehr gemütlichen Gastraum serviert wird.

 
Köstliche Menüfolge im Esslokal


Ein paar Winterimpressionen aus der Wienerstadt und dem schönen Niederösterreich:

An der Donau parken die Schiffe und die Vögel.

Dank der 2Gplus Regelung sind die Reihen im Burgtheater nur spärlich besetzt. Oder liegts doch an den 4,5 Stunden Castorf-Handke?


Das alte Jahr endet im Kamptal mehr oder weniger besinnlich...

Vorweihnachtlichen Trost spendet ein köstlicher Negroni sbagliato im Brösl im Stuwerviertel

Auch der Wiener Wein schläft.

Winterruhe am Nussberg

Beschauliche Ruhe mit Schneegestöber am Nussberg

Spaziergang im Tiefschnee statt Joggingrunde im Yspertal ❄

9. November 2021

Grünkohl-Borlottibohnen-Eintopf | Grüne Küche gegen den Novemberblues

Spätherbstlich-frühwinterlicher Grünkohl-Bohnen-Eintopf

Mit Grünkohl brachte man früher ja ein eher deftiges Gericht aus der Hausmannskost-Ecke bzw. die Verwendung als Beilage zu diverser Wurstware in Verbindung. In den letzten Jahren entstand jedoch ein ziemlicher Hype um dieses Gemüse (Stichwort "heimisches Superfood" etc.), und Rezepte aus der vegetarischen und veganen Küche entstanden zuhauf. Nicht ganz zu Unrecht, denn Grünkohl punktet mit reichlich Eiweiß und Vitamin C und A und Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamin B1, B2, B6 und Vitamin E (vorausgesetzt, er wird nicht stundenlang niedergekocht und - wie in der Wiener Küche sehr beliebt - "eingebrannt").

In diesem winterlichen Eintopf harmoniert der Grünkohl mit Erdäpfeln und Bohnen. Man kann natürlich ganz nach Belieben auch anderes Gemüse in den Eintopf werfen: Stangensellerie und Fenchel oder auch Kürbis passen ebenso gut.

Das Um und Auf sind hier (wie so oft) die Gewürze. Der Grünkohl-Eintopf schmeckt mir am besten, wenn er leicht scharf ist. Dafür verwende ich die Babette's Gewürzmischung Mélange Maison: Diese beinhaltet Rosmarin, Thymian, Pfeffer, Meersalz, Koriander, Piment d´Espelette, Piment und ist bereits pikant. Ergänzt durch eine Prise Cayennepfeffer erhält unser Eintopf eine angenehm wärmende, scharfe Note. Alternativ kann man Chilipulver oder Peperoncini-Flocken zur Schärfung verwenden.

Am Ende der Garzeit rührt man noch einen Teelöffel Umeboshi-Paste unter. Es handelt sich dabei um pürierte, milchsauer fermentierte Umeboshi-Früchte (meist ist von japanischen Ume-Pflaumen oder manchmal auch Ume-Marillen/Aprikosen die Rede), der Geschmack ist salzig, fruchtig und zugleich sauer. Die Paste ist u.a. im Reformladen, Biosupermarkt sowie in Asialäden erhältlich. Sie gibt nicht nur Gemüseeintöpfen und anderen Gerichten den gewissen Kick, sondern ist darüber hinaus supergesund (positiv für den Säure-Basen-Haushalt, anregend für die Verdauung, anti-oxidativ, anregend für Leber- und Nierenfunktion, wirkt gegen Übersäuerung, Müdigkeit und Schwangerschaftsübelkeit undundund).


Grünkohl-Bohnen-Eintopf (2 P.)

  • Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein paar Grünkohlblätter
  • 1 Karotte
  • 1-2 Erdäpfel
  • 1 Minipaprika
  • 1 Glas Borlottibohnen (Abtropfgewicht 140 g)
  • ca. 200 ml pürierte Tomaten
  • 1/2 TL Bio Mélange Maison von Babette's (oder andere pikante mediterrane Gewürzmischung)
  • 1 Prise Cayennepfeffer (oder mehr)
  • Kräutersalz
  • 1 TL Umeboshi-Paste (z.B. die Bio Umeboshi-Paste von Arche)

Grünkohl vorbereiten: Strunk wegschneiden, die Blätter in feine Streifen schneiden und blanchieren.

Karotte, Erdäpfel und Paprika in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe klein schneiden und in Olivenöl glasig dünsten. Die pürierten Tomaten, die Grünkohlstreifen und die Erdäpfelstücke in den Topf geben. Mit etwas Wasser aufgießen und mit der Gewürzmischung, Salz und Cayennepfeffer würzen. Ca. 20-25 Minuten köcheln.

Borlottibohnen abspülen und abtropfen lassen und mit den Paprikastückchen in den Eintopf geben. Ca. 5 Minuten weiterköcheln. Dann die Umeboshi-Paste unterrühren und abschmecken.

Dieser Eintopf und ein Läufchen in der Herbstsonne sollten gegen den Novemberblues helfen. 💪💃

Die herbstliche Südsteiermark - ein Genuss 💛

30. September 2021

Tomaten-Cassoulet, sehr frei interpretiert 🍅

Die Tomaten-Cassoulet, vor ihrem Aufenthalt im Backofen

Gerne erzählt der Küchenjunge Anekdoten aus seiner Kölner Zeit. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist diese: Ein Gast erhält in der Kneipe seine bestellte Frikadelle und fragt nach Brot dazu. Darauf kontert der Stammkneipenwirt knochentrocken mit "Brot ist schon drin" und rückt auch keines heraus. 😄

"Brot ist schon drin" kann man in der Tat auch von dem heute vorgestellten Gericht behaupten. Die Bezeichnung "Cassoulet" ist aber für dieses Gericht in Wahrheit nicht korrekt. Ja, es ist ein gebackener Bohnen-Tomaten-Eintopf. Das ist aber auch schon so ziemlich der einzige gemeinsame Nenner mit dem traditionellen südfranzösischen Eintopf, der Speck und meist auch eine deftige Wurst beinhaltet. Dafür landeten in meinem Topf Käferbohnen anstatt weißer Bohnen und frische Basilikumblätter.

🍅🍅🍅

Tomaten-Cassoulet (1 P.)

  • Olivenöl
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/4 Chilischote
  • 1 Scheibe Ingwer
  • Salz
  • Pfeffer
  • 200 g geschälte Tomaten
  • 2 EL Sojacuisine (oder Obers...)
  • 200 g gekochte Bohnen
  • ein paar frische Kirschtomaten
  • ein paar Basilikumblätter
  • 1 Scheibe Brot

Lauch in dünne Ringe schneiden, Knoblauch, Chili und Ingwer fein hacken. Alles in einem feuerfesten Topf in Olivenöl andünsten, salzen und pfeffern.

Geschälte Tomaten, Sojacuisine und Bohnen dazugeben, ein paar Minuten köcheln lassen und abschmecken. Darauf die halbierten Kirschtomaten und die grob geschnittenen Basilikumblätter verteilen.

Das Brot in kleine Stücke reißen und zwischen die Kirschtomaten drücken. Etwas Olivenöl darüber träufeln und bei 180° Umluft für 30 Minuten ins Backrohr stellen.

Köstlich! Und eine komplette Mahlzeit, da das Brot - in diesem Fall schön knusprig gebraten - ja schon drin ist. 😀

Apropos Südfrankreich: Ein Familienfoto der kulinarischen Mitbringsel von unserem Wochenendtrip nach Nizza, den wir wegen des Carstendings 2x verschieben mussten. 🥄 Endlich wieder eine Reise, ach... 


28. Juni 2021

Sommer, Sonne, Kaktus ⛱😎🌵

Zurück aus der Sommerfrische am Längsee gibt es ein paar Ideen für schnelle, kühlende Home Office Mittagspausengerichte, die ruckzuck fertig sind und nicht im Magen liegen. 😎

Nudelsalat mit Pesto und Ofengemüse (für ca. 4 Portionen)

Bei diesem Nudelsalat habe ich mit dem Pesto al pomodoro con tartufo mal ein anderes Pesto probiert, das sehr gut mit dem geräucherten Käse und dem Gemüse harmoniert und nicht zu aufdringlich trüffelig schmeckt. Alternativ kann man natürlich auch ein klassisches Pesto genovese oder rosso verwenden.


Wer bei der Gemüsezubereitung Zeit sparen muss/will, kann alternativ auch eine fertige Antipastimischung (mir mundet z.B. der Antipastimix von Gustoni sehr) unter die Nudeln rühren. Gut passen sicher auch eingelegte Artischockenherzen und Oliven in diesen Salat. 
  • Pasta nach Wahl (Fussili eignen sich hervorragend, weil sie das Drumherum sehr gut aufnehmen)
  • 1 Glas Pesto nach Wahl (z.B. das LaSelva Pesto al pomodoro con tartufo, 130 g)
  • 2 EL Pinienkerne
  • 1 kleiner Zucchino
  • 1 roter Spitzpaprika
  • 2 braune Champignons
  • 150 g Scamorzetti affumicate (alternativ: Mozzarella oder anderer Käse)
  • ein paar getrocknete Tomaten (besser ohne Öl)
  • etwas Olivenöl
  • etwas Condimento bianco
  • Kräutersalz
  • schwarzer Pfeffer
  • ein paar Basilikumblätter

Paprika, Champignons und Zucchino in kleine Stücke schneiden und eine Ofenform legen. Salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln und ca. 20 Minuten im Backrohr bei 180-200° rösten. Die Pasta al dente kochen, abseihen und in einer Schüssel mit dem Pesto und 2 EL Kochwasser vermischen. 

Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die getrockneten Tomaten in Streifen schneiden, evt. Käse schneiden. Das Gemüse, die Pinienkerne und den Käse mit der Pasta vermischen. Den Salat gut mit Olivenöl, (ganz wenig) Condimento bianco, Salz und Pfeffer abschmecken. Frische Basilikumblätter dazugeben. Wenn es doch zu viel Salat geworden ist, schmeckt er - im Kühlschrank gut durchgezogen -  auch noch am nächsten Tag.

🌞🌞🌞

Gazpacho

Der kühle Sommerküchenklassiker darf hier natürlich nicht fehlen. Da ich nicht so sehr auf rohe Tomaten stehe, ist dieses Rezept nicht ganz so tomatenlastig wie andere. Für 2-3 Portionen brauchen wir

  • 2 Tomaten, gehäutet
  • 1 Feldgurke
  • 1 roter Spitzpaprika
  • 1/2 Semmel, in etwas Wasser eingeweicht
  • 1 Knoblauchzehe
  • Kräutersalz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 MS Piment d'espelette (oder Chilipulver)
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 Spritzer Condimento bianco
  • Wasser

Das Gemüse grob schneiden. Alle Zutaten mit etwas Wasser in den Blender geben und pürieren. So viel Wasser hinzufügen, bis die gewünschte (dickflüssige) Konsistenz erreicht ist. Gut gekühlt schmeckt das spanische Süppchen am besten.

🌞🌞🌞

Wassermelone-Feta-Minze

Für diesen Salat benötigen wir neben den oben erwähnten Zutaten Wassermelone, Feta und Minzblätter  nur noch gutes Olivenöl (schlechtes haben wir aber ohnehin nicht 😀), Condimento bianco oder Weißweinessig und etwas Salz. Wer es etwas raffinierter mag, gibt noch geröstete Pinienkerne dazu.

  • 1 Stück Wassermelone
  • 1 Stück Feta
  • ein paar frische Minzblätter
  • Olivenöl
  • Condimento bianco (oder Weißweinessig)
  • Salz

Die gekühlte Wassermelone und den Feta in "mundgerechte" Stückchen und die Minzblätter in Streifen schneiden. In eine Schüssel geben, leicht salzen und mit wenig Condimento bianco und Olivenöl beträufeln. Gleich servieren.

🌞🌞🌞

Und warum dieser Posttitel? Weil der Helge wieder mal so gut passt: Sommer, Sonne, Kaktus. Never never go to work! 

Stattdessen gehen wir lieber zum See...😄

Der idyllische Längsee in der Nähe von St. Veit an der Glan bietet nicht nur Badefreuden. Im Umfeld findet man ein paar empfehlenswerte Restaurants mit feiner Küche. Nach dem Urlaub sollte man allerdings eine Diätphase einplanen.

Sehr zu empfehlen ist der Familienbetrieb Liegl am Hiegl. Selbstverständlich werden hier auch Kärntner Kasnudeln  klassisch mit zerlassener Butter und Schnittlauch serviert.🍴

Feinste Kärntner Küche und zuvorkommendes Service findet man im Das Kulinarium am Längsee.



Die Wiener Festwochen wurden heuer coronabedingt zu den Wiener Festmonaten und erstrecken sich bis in den Herbst. Hier im neuen brut nordwest waren leider die vor der Vorstellung genossenen Getränke die Highlights des Abends.