24. Januar 2017

Heute wird geprasst: Weichseltorte mit Parisercreme

Schwarzwälder Weichseltorte mit Parisercreme: Ein klassischer Fall von "Man gönnt sich ja sonst nichts!"


Diesmal etwas völlig Ungesundes, aber Köstliches: eine Variante der Schwarzwälder Kirschtorte mit Parisercreme und Weichseln anstatt Kirschen. Fraumuttern hatte Geburtstag und - sonst eher der gesunden Küche zugetan - goutierte das Törtchen sichtlich :-)



Schwarzwälder Weichseltorte mit Parisercreme


5 Eier
150 g Staubzucker
1/2 TL Vanillezucker
150 g Dinkelmehl Typ 700
25 g Kakao
1 Prise Salz
80 g Butter, geschmolzen

250 ml Schlagobers
175 g Haushaltsschokolade
1 Glas Weichselkompott

150 ml Schlagobers

1 gehäufter EL Staubzucker
Schokoblättchen

Am besten
bereitet man die Pariser Creme bereits am Vortag zu: Dafür 250 ml Schlagobers und die in kleine Stücke gebrochene Schokolade unter Rühren aufkochen lassen, glatt rühren und auskühlen lassen.

Verkehrtes Biskuit herstellen: Eier trennen, Eischnee steif schlagen. Dann Staub- und Vanillezucker und danach die Dotter unterrühren. Mehl und Kakao versieben und vorsichtig unterheben. Danach die geschmolzene, ausgekühlte Butter unterziehen. In einer befetteten und bemehlten Tortenform bei 180° für ca. 20 Minuten backen.

150 ml Schlagobers mit etwas Staubzucker steif schlagen. Parisercreme mit dem Mixer aufschlagen.


Den ausgekühlten Tortenboden einmal horizontal durchschneiden, den unteren Teil zuerst dünn mit einem Drittel des geschlagenen Obers bestreichen. Etwas Parisercreme für die Deko aufbehalten. Die restliche Parisercreme auf dem Tortenboden verstreichen und die abgetropften Weichseln darauf verteilen. Die zweite Tortenbodenhälfte daraufsetzen und die Torte mit Schlagobers bestreichen. Mit Schokoblättchen bestreuen und mit der zur Seite gestellten Parisercreme und Weichseln verzieren.



Und irgendwann wird dann hoffentlich der Frühling zu uns kommen...

30. Dezember 2016

Radicchio tardivo: Ein seltener italienischer Gast


"Des is a Raditschio aus Italien", sagt der Verkäufer am Markt. "Oba i hob da no a Gemüse,
da waß i net amoi, wos des is."

Bei uns landet Radicchio (der Wiener sagt natürlich immer "Raditschio") hauptsächlich in der Salatschüssel. Ein paar verwegene Italienreisende bereiten aber auch schon Risotto mit dem Gemüse zu. Eine spezielle Radicchiosorte ist der Radicchio tardivo. In der Wienerstadt bislang nicht so einfach erhältlich, vergangenen Samstag jedoch am Karmelitermarkt gesichtet und gleich mitgenommen. Die beiden Prachtexemplare auf dem Foto liegen auf dem in diesem Blog bereits belobhudelten Band "Il Po", der diese Radicchiosorte sogar auf dem Buchcover zeigt. Als Standardwerk der italienischen Küche kennt natürlich auch "Der Silberlöffel" etliche Rezepte mit Radicchio. 

Wir machen es uns heute ganz einfach und stecken das hübsche Gemüse ins Backrohr. Passt auch gut zu Fisch.

Gebackener Radicchio tardivo


Radicchio tardivo

Olivenöl
Fleur de Sel
frischer Parmesan, in kleine Stückchen gebrochen

Radicchio waschen, trocken tupfen und der Länge nach halbieren. Den hässlichen, harten  Strunk wegschneiden und die Hälften in eine Auflaufform legen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Fleur de Sel bestreuen. Im Backofen bei 190° Umluft backen. Nach ca. 20 Minuten mit Parmesan bestreuen und für weitere 5 Minuten backen. Der Radicchio sollte am Ende leicht gebräunt und der dickere, untere Teil bissfest sein. Die Spitzen der Blätter sind dann leicht knusprig. Einfach, aber gut. 

30. November 2016

Erklimmen wir die Kohlsprossenleiter

Die überaus gesunden und schmackhaften Kohlsprossen landen im Wok.

Zurzeit gibt es am Bauernmarkt herrliche Kohlsprossen (auch Sprossen- oder Rosenkohl genannt). Die kleinen, grünen Krautköpfchen sind sehr vitaminreich und wie die anderen Kohlsorten durch ihre sekundären Pflanzenstoffe sehr gesund. Und schmackhaft! Sie lassen sich gut mit Wurzelgemüse kombinieren (Karotte, Rübe, Pastinake) und sind im Handumdrehen zubereitet.

Heute machen wir wieder mal dem Wok etwas Feuer unterm Hintern. Die Kohlsprossen harmonieren in diesem Rezept wunderbar mit dem chinesischen 5-Gewürze-Pulver.


Kohlsprossen-Gemüse-Wok mit Asia-Nudeln (1 P.)


Dunkles Sesamöl
1 Knoblauchzehe
1 Scheibe Ingwer
10 Kohlsprossen
1 Karotte
getrocknete Shitakepilze (oder frische Pilze)
geröstete Sojakerne (oder Sonnenblumenkerne)
1/3 TL 5-Gewürze-Pulver
1 frische rote Chilischote, entkernt
Mirin (Reiswein)
Sojasoße
1 Portion Asia-Nudeln oder Reisnudeln

Shitakepilze einweichen. Klein geschnittene Knoblauchzehe und Ingwer in Sesamöl anbraten. Die Kohlsprossen je nach Größe halbieren oder vierteln und die Karotte in feine Scheiben schneiden. Das Gemüse, die Sojakerne und die Pilze in den Wok geben und mitbraten und etwas Wasser zugeben. Dann das 5-Gewürze-Pulver und die klein geschnittene Chilischote dazugeben.
Das Gemüse sollte sehr bissfest bleiben, dann mit Mirin und Sojasoße würzen. Die gekochten Asia-Nudeln zum Gemüse geben, gut vermischen und abschmecken.

Ein ähnliches Rezept findet man übrigens in dem sehr empfehlenswerten Täglich vegetarisch von Hugh Fearnley-Whittingstall.

 

Praktisch zum Mitnehmen für die Büromittagspause: In jedem Fall aber immer die Nudeln frisch kochen, sonst wirds ein Gatsch ;-)

21. November 2016

Karfiol in aller Munde


Bleibt zu hoffen, dass die kleingeistigen Gartenzwerge nicht bald unser Land regieren.


Seit einiger Zeit gibt es ja einen regelrechten Hype um ein bislang eher unspektakuläres Gemüse: den Karfiol. Was fiel den Wienern bislang zu diesem Gemüse ein? Richtig: Panieren geht immer (als Teil des "Gebackenen Gemüses"). Die klassischere Zubereitung von Karfiol in der Wienerstadt lässt dem Gemüsekopf allerdings nach dem zu Tode Kochen noch das Bestreuen mit gerösteten Semmelbröseln (Karfiol mit Butter und Bröseln) angedeihen. Wohl bekomms.

Und jetzt kommt da so ein israelischer Koch daher und kreiert ein neues Kultgericht - den im Ofen gebackenen Karfiol. Geht supereinfach (hier ein Video) und soll köstlich schmecken. Will man nicht selbst den Backofen anwerfen, kann man das Gericht in der Wienerstadt im Restaurant Miznon Vienna ordern. Und da waren wir dann auch an einem Sonntag Abend nach einem Gartenbaukinobesuch. Im Unterschied zu der restlichen Wienerstadt, die den Sonntagabendblues offensichtlich in den heimeligen vier Wänden zelebrierte und sich daher selbst der 1. Bezirk nur mit ausgestorbenen Gassen präsentierte, ging es im Lokal fröhlich und laut zu. 

Zu essen gab es Pita, gefüllt mit Karfiolröschen und einer Tahinsoße, grünen Pfefferoni, Jungzwiebel und Tomate. Klingt simpel, schmeckt sehr gut, ist aber mit 7 Euro für ein Take away Gericht ganz schön üppig. Wir blieben dann auch gleich an der Bar sitzen - im Sitzen zu essen ist halt doch bequemer. ;-)

Der "Ganze goldene Karfiol" (Karfiol, Olivenöl, Salz), das Signature Dish des israelischen Koches Eyal Shani, kostete übrigens vor einem Jahr, als diese Lokalkritik entstand, 5 Euro, aktuell investiert man schon 8 Euro. Naja, die Miete 100 Meter unterhalb des Stephansplatzes will auch bezahlt werden. Der Meister steht freilich nicht selbst hinter der Wiener Budel, ist dies auch sein 5. Lokal (in Tel Aviv, Paris, Wien), stattdessen werkt hier ein gut gelauntes, junges Personal, das die Namen der Essenbesteller seeeeeehr laut ins Lokal brüllt, damit man auch am anderen Ende des (eh kleinen) Lokals mitbekommt, dass das Essen fertig ist. In der Job Description gehört wohl ein lautes Organ zum Anforderungsprofil. 


In der Fast Food Kategorie sicherlich qualitativ sehr hochwertig und mal etwas anderes, was sich allerdings auch in der Preisgestaltung niederschlägt. Understatement auch beim durchaus trinkbaren Wein, der im Lokal in kleinen, dicken Wassergläsern serviert wird (1/8 GV oder Zweigelt 3,50).

frau wird den "Goldenen Karfiol" baldigst mal selbst ausprobieren (Anm.: inzwischen probiert - siehe Beweisfoto)

Wirklich simpel, aber gut: Den Karfiol zuerst 15 Minuten in Salzwasser kochen, dann großzügig mit Olivenöl bestreichen und Meersalz bestreuen. In ein Backpapierkörbchen in eine Ofenform setzen und ab ins Backrohr damit, für 30 Minuten bei 200°. Ein bisserl dünkler als auf dem Foto darf er ruhig sein.


Aber auch ganz ohne Hype mag frau dieses Gemüse recht gern, siehe Karfiolcurry oder frau köchelt ein schmackhaftes



Karfiolsüppchen


1 Karfiol
1/2 Wakame-Alge
1/4 TL Kurkuma
1/4 TL Koriander gemahlen
1/2 TL Kümmel gemahlen
Gemüsesuppenpulver
100 ml Kokosmilch
Salz, schwarzer Pfeffer


Karfiol gut waschen und in Röschen zerteilen. Gemüsesuppenpulver in Wasser auflösen, mit Kurkuma, Koriander, Kümmel, Salz und Pfeffer würzen, die Wakame-Alge hineinbröseln. Darin die Karfiolröschen weichkochen. Danach die Kokosmilch einrühren und pürieren. Mit gerösteten Brotstückchen bestreuen.