11. Juli 2016

Best of summer '16

Kino wie noch nie: Bestes Sommer Open Air Kino in der Wienerstadt.

Ja, die Zeiten ändern sich. Leider nicht immer zum Besseren. Ein paar Dinge vielleicht aber schon: So gibt es nach einem Sommer Pause heuer zum Glück wieder das schönste Freiluftkino in der Wienerstadt. Eine Auswahl an Eisgreisslereis bietet nun auch ein Eiswagen vor der Kaffeestation am Karmelitermarkt (ich sag nur, Mittagspause!). Unser Haus ist heuer leider eine Riesenbaustelle (man baut exklusive Dachgeschoßwohnungen mit Terrassen und Whirlpool) und das planmäßig noch bis Ende des Jahres. Da heißt es entweder auf fremden Balkonen sitzen oder einen naheliegenden Gastgarten aufzusuchen.

Das Restaurant Engel gibt es leider nicht mehr (snüff). Nicht nur dessen Gastgarten, sondern das ganze Lokal haben ein paar junge hippe Leutchen übernommen. Der Name Marktlücke war naheliegend ob des in Gehweite befindlichen Karmelitermarktes. Das Essen ist super, auch wenn ich mich frage, wie sich die jungen Hipstergäste diese Preise leisten können? Das Service ist hingegen perfektibel (um das schöne Wörtchen auch wieder mal zu gebrauchen) und zwar beträchtlich. Oder ist das jetzt altmodisch, wenn man bei diesem Preisniveau auf einigermaßen professionelle Bedienung Wert legt? Nun, aber die Küche ist jedenfalls einen Besuch wert.

Wolfsbarsch-Carpaccio: Das Portiönchen schafft man auch als 1. Gang gut alleine.
Spaghetti alle vongole, solide und hübsch anzusehen wie eigentlich alles im Restaurant Marktlücke.
Das Service hatte im ehemaligen Engel allerdings mehr Stil.

Tadellos soll auch der Burger in der Marktlücke munden, sagt man so. Auf jeden Fall g'schmackig
war das Süßkartoffel-Melanzani-Moussaka mit Paprikacreme und Baba Ganoush im Ü.
Die Gsis können aber auch Wiener Schnitzel :-)
 
So, nun aber zu den durch und durch perfekten Dingen, die es glücklicherweise ebenfalls gibt und zwar

Best of summer '16 in the Wienerstadt


  1. Bestes Freiluftkino: Kino wie noch nie, Augarten
  2. Bester chilligster Schani: Nelke am Volkertmarkt
  3. Beste Eiskombi im Stanitzel: 1 Kugel Himbeer und 1 Kugel Schoko vom Eisgreissler
  4. Bestes Hideaway zum Nichtgefundenwerden an der Alten Donau: Bundesbad 
  5. Beste fußballfreie Neighbourhoodbar: Cafe Else 
  6. Bester Sommerwein: I still haven't found what I'm looking for :-( aber dafür:
  7. Bester Sommeraperitif: Oporto (zum Rezept, notfalls auch ohne Minze) 
  8. Bestes Gsi-Lokal auch für Nicht-Gsis: Ü 
  9. Bester kalter Kaffee: Affogato al caffè (zum Rezept)
  10. Bestes Falafel-Sandwich: Shelanu (mit Sesam-Mangosoße!)


Und wieder der beste Schani in der Wienerstadt: Cafe Nelke am Volkertmarkt :-)
Public Viewing gabs auch. Ich hoffe, an diesem Platz ändert sich nicht so bald etwas.

Dann haben wir noch trotz Hitze fleißig Ribiseln eingekocht, zu Gelee und Sirup. Zum Verfeinern des Sirups habe ich für 2 kg Ribisel und 1 kg Sirupzucker übrigens zwei Sternanis mitgeköchelt - ich kann halt die Finger nicht von Gewürzen lassen. Der Ribiselsirup ergibt mit Wasser aufgegossen ein erfrischendes Getränk.

Aktuelles Küchenlied: Hallelujah inkl. 1.500-köpfigem Chor und Rufus Wainwright :-)

28. Juni 2016

Geschmackvolle Kombination: Karotte. Kokos. Kardamom.



Es wurde hier schon lange kein Buch mehr empfohlen. Wohlan: Wirklich sehr empfehlenswert für kreative Kochwerkstätten ist "Der Geschmacksthesaurus" von Niki Segnit.
Der Geschmacksthesaurus ist zwar kein Kochbuch, aber es handelt sich um ein Nachschlagewerk, das man vor dem Kochen zu Rate ziehen kann. Oder in dem man im Bett noch ein bisserl gustieren kann. Oder man schlägt einfach irgendeine Seite auf und lässt sich inspirieren. Die Autorin teilt Lebensmittel in 16 Geschmackskategorien, die wiederum gemeinsam ein 360-Grad-Spektrum bilden. Die Times-Kolumnistin liefert in ihrem Buch Ideen für Geschmackskombinationen und verrät auch, was gar nicht zusammenpasst.

Was gut geht, ist folgende "3K-Kombi" aus Karotten, Kardamom und Kokos. Da ich noch aus dem Adamahkistl einen Bund junge Karotten hatte, habe ich nach dem Blättern im Geschmacksthesaurus daraus ein schnelles Abendessen gezaubert. Der gemahlene Kardamom und die Kokosraspeln unterstreichen noch das ohnehin schon süße Aroma der jungen Karotten. Zum Naschen gut.

Junge Karotten mit Kokos und Kardamom


1 EL Ghee
2 EL Kokosraspel
1/2 TL gemahlener Kardamom
etwas frischer, geriebener Ingwer
ca. 1 TL Kokosblütensirup
1 Bund junge Karotten
ca. 1 Tasse Gemüsesuppe
Salz, Pfeffer

Die Karotten gut waschen und in längliche Stücke schneiden. Die Kokosraspel in Ghee leicht bräunen, dann Kardamom und Ingwer dazugeben und anrösten. Den Kokosblütensirup leicht karamellisieren lassen. Dann die Karottenstücke in die Pfanne geben, durchrühren und mit etwas Gemüsesuppe aufgießen. Salzen, pfeffern und die Karotten zugedeckt bissfest dünsten. Abschmecken.

21. Juni 2016

Sommergemüse ab in den Topf: Gemüse-Erdäpfel-Eintopf


Da schmurgelt es vor sich hin, das Gemüse...

Nach einer frühsommerlichen Woche auf Santorin versucht frau das Griechenlandfeeling auch trotz Büroalltags nicht zu verlieren. Kulinarisch in Erinnerung geblieben sind zwei für Santorin typische, durchaus gehaltvolle Vorspeisen: Fava, ein Püree aus gespaltenen, gelben Erbsen, die in Santorin angebaut werden, und die Tomato Balls (Tomatokeftedes) aus Cherrytomaten, ebenfalls von der Vulkaninsel. Die frittierten Tomaten-Gemüse-Laibchen sind immer mit Minze gewürzt, einmal wurden sie uns auch mit Zimt verfeinert serviert.


Inspiriert von Briam, einem im Ofen geschmorten Gemüseeintopf, köcheln wir wieder daheim am Herd ebenfalls einen Eintopf, lassen diesen allerdings am Herd schmurgeln.

Gemüse-Erdäpfel-Eintopf (2 P.)


Olivenöl
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
2 Erdäpfel
2 Karotten
1 kleine Melanzani
1 kleiner Zucchino
1/2 gelber (roter, grüner) Paprika
1 EL Salzkapern 
ca. 1/16 (ein guter Schuss) trockener Weißwein
1/2 Flasche Tomatenpassata (oder gschmackige frische Tomaten)
getrocknetes Oregano
frisches Basilikum
frische Petersilie
evt. eine getrocknete Chilischote
Kräutersalz
schwarzer Pfeffer

Das Gemüse in kleine Stücke schneiden. Die klein geschnittene Schalotte und den Knoblauch in Olivenöl glasig dünsten, dann die Erdäpfel-, Melanzani- und Karottenstücke dazugeben und ein paar Minuten braten. Großzügig mit Weißwein aufgießen, durchrühren und dann die Tomatenpassata unterrühren. Mit Kräutersalz, Pfeffer und Oregano würzen und die Salzkapern und evt. die Chilischote dazugeben. Ca. 15 Minuten köcheln lassen. Danach die Zucchini- und Paprikastücke dazugeben und weiterköcheln, bis alles weich ist. Abschmecken und mit gehackter Petersilie und Basilikumblättern bestreuen.

Nicht nur in den Eintopf, sondern auch dazu passt zum Beispiel der GV Wechselberg 2015 von Birgit Eichinger.

Sonnenuntergang vor Thira

2. Mai 2016

Spargel schmeckte schon dem Kaiser

So macht Diät Spaß: Knackiger Frühlingssalat mit grünem Spargel, Erdbeeren und Kräuterfrischkäse


Die Weißweine aus der Region Wagram sind eine Entdeckung, wie wir im Rahmen des am vergangenen Wochenende zelebrierten Lössfrühlings erfahren durften. Eine regionaltypische Sorte ist der rote Veltliner, sehr empfehlenswert z. B. vom Bioweingut Mehofer. Diese autochthone Rebsorte findet man nur in wenigen Gebieten in Niederösterreich, vor allem am Wagram, im Krems- und Kamptal sowie vereinzelt im Weinviertel und in Wien.

Ebenfalls eine Spezialität aus dem Gebiet am Wagram ist der Spargel. Schon der Kaiserhof schätzte das Stangengemüse, und da der Spargel im Grunde keine langen Transportwege verträgt, lagen die Hauptanbaugebiete in der Nähe der Hauptstadt (Marchfeld, Tulln, Hollabrunn) - und sind uns zum Glück bis heute erhalten geblieben. Doch während die in Österreich angebaute Menge an Spargel zurückgeht, steigt die Menge des importierten Spargels an. So wurde 2015 bereits etwas mehr importiert als in Ö angebaut. Wir kaufen natürlich nur saisonal einheimischen Spargel und keine Importware - das wäre ja absurd.

Die Bikinisaison rückt auch schon näher - wie gut, dass die Spargelsaison noch davor liegt! Spargel, der ja selbst hauptsächlich aus Wasser besteht, eignet sich hervorragend für die leichte Frühlingsküche.  Ich mag ja am liebsten die knackigen grünen Spargelstangen, die wir natürlich auch nicht in Sauce Hollandaise ertränken (im Vergleich zu 100 g Spargel mit 20 Kalorien hat die selbe Menge Sauce Hollandaise übrigens 465 Kalorien, damit das klar ist).

Zwei Rezepte, die die Optimierung der Bikinifigur unterstützen, sind eine einfach zuzubereitende Spargelcremesuppe (unten) und ein 

Frühlingssalat mit Spargel und Erdbeeren (1 P.)



8 Stangen grüner Spargel
4 Blätter Radicchio, in kleine Stücke zerteilt
1 Stk. Stangensellerie, in kleine Stücke geschnitten
5 Erdbeeren, geviertelt
5 TL Ziegenfrischkäse (natur oder mit Kräutern)
2 EL helles Sesamöl (oder Sonnenblumenöl)
2 EL weißer Balsamicoessig + 1 EL Wasser
1 TL scharfer Senf
Kräutersalz, Pfeffer


Für die Marinade Sesamöl, Essig, Senf, Wasser, Kräutersalz und Pfeffer in ein Schraubglas geben und kräftig schütteln. 

Den in Stücke geschnittenen Spargel kurz blanchieren, die Spargelköpfe am Ende nur ganz kurz ins heiße Wasser geben und dann abseihen. Stangensellerie und Radicchio auf einem Teller anrichten. Die Spargelstücke darüber verteilen und mit der Marinade übergießen. Darauf den Ziegenfrischkäse und die Erdbeerstücke anrichten, evt. mit Sesam bestreuen  und den knackigen Salat gleich genießen.


Spargelcremesuppe



1 EL Ghee oder Butter
1 Schalotte
2 Stangen Sellerie
400 g grüner Spargel
1 mehliger Erdapfel
etwas Schlagobers (oder alternativ Hafercuisine etc.)
1 EL Sojasoße 
1 TL Gemüsesuppenpulver
etwas Muskatnuss, frisch gerieben
Salz, Pfeffer 
gehackte Petersilie
evt. Gewürzmischung Dijon Exotique

Den Spargel in Stücke schneiden, die Spargelköpfe beiseite stellen. Klein geschnittene Schalotte und die Stangensellerie in Ghee (Butter) glasig anbraten. Mit ca. 750 ml Wasser aufgießen.

Gemüsesuppenpulver einrühren und den klein geschnittenen Erdapfel ca. 10 Minuten köcheln lassen. Dann die Spargelstücke dazugeben und weich kochen. Danach das Obers unterrühren und pürieren. Die Spargelköpfe für zwei Minuten in der Suppe ziehen lassen. Mit Sojasoße, geriebenem Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehackter Petersilie und der Gewürzmischung (oder geröstetem Sesam bzw. Gomasio) bestreuen.

Wer nicht auf Diät ist, kann natürlich auch Croutons darüberstreuen.