2. November 2015

Wenn die Poebene auf das Marchfeld trifft

Ein Klassiker aus der Poebene trifft junge Pilze aus dem Marchfeld.
Und siehe da: Sie ergänzen einander perfekt.

Die Viennale dauert noch ein paar Tage an. Bis dato waren - mit einer Ausnahme (chinesischer Historienfilm mit leider viel zu wenig Action und kaum nachvollziehbarem Plot, aber immerhin tolle Kostüme, Frisuren und wunderschöne Landschaften, ähm, gähn) - einige spannende, intensive und einfach gute Filme dabei. Jedenfalls musste es auch an diesem Wochenende küchentechnisch schnell zugehen. Und das gelingt mit diesem Risotto ganz gut. Dieser Risotto ist eigentlich ein Klassiker der norditalienischen Küche, wir verfeinern ihn zusätzlich mit zarten, aromatischen Edelausternpilzen.

Die Bio-Edelausternpilze werden im Marchfeld gezüchtet und sind seit Kurzem sogar in diversen Supermärkten erhältlich. Sie sind zart, haben trotzdem Biss, schmecken aromatisch und duften herrlich. Am besten schmecken sie in Butter gebraten, nur mit Kräutersalz und schwarzem Pfeffer gewürzt. Beim Braten verlieren sie kaum Wasser und sind im Handumdrehen fertig - also wunderbar geeignet für unsere schnelle Küche.


Radicchiorisotto mit Edelausternpilzen (2 P.)


1 TL Butter
2 EL Olivenöl
1 kleine Zwiebel, klein geschnitten
1 Tasse Arborioreis
klare Gemüsesuppe
1 guter Schuss Weißwein
1/2 - 1 Stk. Radicchio (je nach Größe)
1 Tasse Edelausternpilze
geriebener Grana Padano nach Geschmack
1 TL Butter

Zuerst die klare Suppe in einem separaten Topf zubereiten, damit diese bereits köchelnd zur Verfügung steht. Zwiebel in Butter und Olivenöl glasig dünsten. Den Radicchio gut waschen und in feine Streifen schneiden. Eine Handvoll für das Topping zur Seite stellen.


Die Radicchiostreifen und den Reis zu der Zwiebel geben, ein paar Mal durchrühren und mit Weißwein ablöschen. Mit zwei Schöpfern Gemüsesuppe aufgießen, umrühren. Immer wieder umrühren und nur so viel Suppe nachgießen, dass der Reis etwas mehr als bedeckt ist. Der Reis sollte innen kernig sein (nach ca. 20 Minuten). Dann geriebenen Grana (oder Parmigiano) und einen Teelöffel Butter dazugeben und zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Pilze grob schneiden (nicht waschen!) und mit den zur Seite gestellten Radicchiostreifen in Butter braten. Mit Kräutersalz und schwarzem Pfeffer würzen. Risotto mit der Pilzmischung anrichten und mit geriebenem Grana bestreuen.

29. Oktober 2015

Das Essen in den Zeiten der Viennale

Sie macht das Herbstwetter in der Wienerstadt erträglich: die Viennale. Im Kinosaal ist es ohnehin
windstill und meistens kuschelig warm.

Man sieht, es ist wieder einmal Viennale und das bedeutet: Keine Zeit für lange Köcheleien. Hungrig sind wir allerdings trotzdem und daher lautet das Motto in diesen zwei Wochen: Fast Food. Das heißt natürlich selbst gezaubertes, in einem Hexentempo frisch geköcheltes Essen mit wenigen Zutaten, weil auch zum Einkaufen die Zeit knapp ist. ;-) 

Dieser schnelle Aufstrich ist im Handumdrehen in der Früh zubereitet und kann in einem Schraubglas ins Büro mitgenommen und bei Hungerausbruch auf eine gute Scheibe Brot (Gragger, Joseph etc.) geschmiert werden. Wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass man eine Avocado im gerade richtigen Reifezustand herumliegen hat.


Avocado-Cashew-Aufstrich


1 reife Avocado
1 EL Cashewmus
1 EL Zitronensaft
1/4 gelbe (oder rote) Paprika
Kräutersalz
1/4 TL Kreuzkümmel

1 MS Kurkuma
1 MS Asaföetida
Pfeffer

Avocado halbieren, entkernen und das Fruchtfleisch aus der Schale lösen. In kleine Würfel schneiden, Zitronensaft und Cashewmus zugeben und mit der Gabel zerdrücken. Paprika klein würfeln und dazugeben. Kräftig würzen und abschmecken. 


Gerade jetzt im Herbst ist es jedoch wichtig, warm zu essen, um das Immunsystem zu stärken. Dieses Curry aus roten Linsen lässt sich ebenfalls gut (mit rund einer halben Stunde Zeitaufwand) vorbereiten und in einem Thermobehälter mitnehmen.

Rote Linsen Curry


1 EL Ghee
1/2 TL Kreuzkümmel ganz
1/2 TL Koriander grob gemahlen
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 dünne Scheiben Ingwer
1/4 TL Kurkuma
1/2 - 1 TL Limonencurrypulver (oder eine andere Currymischung)
1 EL Tomatenmark
1 Tasse rote Linsen
1-2 Karotten
3-4 kleine Erdäpfel
200 ml Kokosmilch
Salz
schwarzer Pfeffer

Ghee erhitzen und Kreuzkümmel und Koriander kurz anrösten, dann Schalotte, Knoblauch und Ingwer (jeweils klein geschnitten) dazugeben und mitrösten. Kurkuma, Currypulver und Tomatenmark in den Topf geben, sofort umrühren, das klein geschnittene Gemüse dazugeben und ein paar Mal umrühren. Die gewaschenen Linsen dazugeben und mit 3 Tassen Wasser aufgießen. Alles weich köcheln, evt. Wasser nachgießen, dann mit Kokosmilch aufgießen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wärmt von innen, sättigt wunderbar und gibt Kraft (nicht nur) für eine lange Filmnacht. ;-)


Suppe oder Curry? Manchmal wird's auch flüssiger ;-)

13. Oktober 2015

Wärmespender: Kraftsüppchen und Gemüselaibchen

  
Brrrr, jetzt ist es aber kalt geworden in der Wienerstadt. Zeit für ein wärmendes 

Klares Winterkraftsüppchen


1/2 Stange Porree
2 Karotten
1/2 Knollensellerie
1 Sternanis
1 Scheibe Ingwer
2 Lorbeerblätter
1 gehäufter Teelöffel Salz
6 schwarze Pfefferkörner
2 Stängel Petersilie

Gemüse in Stücke schneiden. Alle Zutaten mit ca. 1,5 l Wasser im Schnellkochtopf aufsetzen und 10 Minuten köcheln. Abseihen und in Schraubgläser abfüllen. Hält im Kühlschrank ein paar Tage und kann mit Einlage gegessen werden oder als kräftige Basis für diverse Suppen und Gerichte dienen.



Gemüse-Getreide-Laibchen


1 Karotte
1 gelbe Rübe
2 cm Porree
1 kleines Stück Knollensellerie
3 EL Erbsen (tiefgekühlt)
3 EL Couscous 
1 EL Sonnenblumenkerne
1 EL Pfannkuchenmischung Ayurveda Bio* (oder Kichererbsenmehl)
1/2 TL Kurkuma
1/4 TL gemahlener Koriander
1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
4 frische Basilikumblätter
Salz
schwarzer Pfeffer 

Couscous mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen. Gemüse in kleine Stücke schneiden und dämpfen. Erbsen für die letzten fünf Minuten mitdämpfen. Das weiche Gemüse mit einer Gabel zerdrücken und in einer Schüssel mit dem Couscous und den Sonnenblumenkernen vermischen. Würzen und abschmecken. Kleine Laibchen formen und diese in Kichererbsenmehl bzw. der Pfannkuchenmischung wenden. Die Laibchen beidseitig in wenig heißem Sonnenblumenöl backen. Dazu passt z.B. Erdäpfel-Vogerl-Salat oder ein Rote-Linsen-Dal**. Man kann für die Laibchen natürlich auch anderes Gemüse und Getreide (Hirse, Bulgur, Quinoa etc.) nehmen.

* Die Mischung besteht aus Kichererbsenmehl, Paprika, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Meersalz, Ingwer, Gelbwurz.
** 1 Tasse rote Linsen, 1 TL Ghee, Kreuzkümmel ganz, Koriander gemahlen, Kurkuma, Limonencurry, getrocknete Minze, schwarzer Pfeffer, Salz, Spritzer Zitronensaft. Ghee erhitzen und zuerst Kreuzkümmel anbraten, dann Koriander dazu, danach Kurkuma und Curry. Die gewaschenen Linsen dazugeben und mit Wasser aufgießen. Nicht zu viel Wasser nehmen, lieber nachgießen. Getrocknete Minze und Pfeffer hineingeben und die Linsen weich köcheln. Sind die Linsen weich, salzen und mit Zitronensaft abschmecken. 

Da wird es doch nicht ein Laibchen wagen zu zerfallen? Niemals traut es sich... ;-)


1. Oktober 2015

Vegan essen und spenden

Und wieder ist Kürbissaison....

Heute gibt (gab) es eine tolle Aktion, die "Lokale Hilfe für Schutzsuchende", bei der 118 Wiener Lokale mitmachen und 50 % ihres Tagesumsatzes spenden. Darüber hinaus verzichten viele Mitarbeiterinnen heute auf ihren Lohn, der ebenfalls gespendet wird. Die Spenden gehen an Ute Bock und Caritas Wien. Das unterstützt frau natürlich gerne und hat sich dafür für das Mittagessen das Mikrolokal schönscharf am Laurenzerberg ausgesucht - eine gute Wahl.

Ja, es gibt wieder einmal ein neues Lokal im Büroumkreis, Falterlesern wird es bekannt vorkommen. schönscharf heißt es, asiatisch, praktisch, gut. Macht aber ein Tiroler (es gibt auch Zillertaler Bier) und zwar ziemlich gut. Und so scharf ist das Essen eh nicht, vorausgesetzt, man schärft nicht nach. Kann man, muss man aber nicht.

Im schönscharf am Laurenzerberg: Das Thai-Hokkaido-Curry ist vegan und wird sehr hübsch im
 Bananenblatt serviert. Vegan? Mein rechter, rechter Platz ist leer, da wünsch ich mir .... her.
Vielleicht fühlt sich jetzt jemand angesprochen... :-)
                                                                         

Am Abend haben wir dann noch das Nordbahnhofviertel besucht, das Nord war auch bei der Aktion dabei und gab sogar ein Tiramisu aufs Haus aus, gut so!

So, zu guter Letzt noch ein (übrigens auch veganes ;-) Rezepterl mit den ganz oben abgebildeten Zutaten:

Kürbis-Mangold-Gemüse mit weißem Mohn (2 P.)


Olivenöl
1 Schalotte
3-4 Mangoldblätter
1/3 - 1/2 Hokkaidokürbis (je nach Größe)
1/2 Zitrone (Schale und Saft)
100 ml Kokos-Cuisine
1 TL weiße Mohnsamen
1/3 TL Gewürzmischung "Seven Secrets" von Babettes* (oder Gewürze nach Geschmack)

Meersalz
schwarzer Pfeffer
ein paar frische Basilikumblätter, klein geschnitten
frische Petersilie, gehackt


Mangold, Schalotte und Kürbis klein schneiden. Das Weiße der Mangoldblätter und den Kürbis mit der Schalotte ca. 5 Minuten in Olivenöl braten. Dann die grünen Mangoldteile dazugeben, kurz weiterbraten, würzen, die Mohnsamen, die Gewürzmischung und die Zitronenschale dazugeben und mit etwas Wasser und Kokos-Cuisine aufgießen. Wenn das Gemüse weich ist, die frischen Kräuter dazugeben und mit dem Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

* Zutaten Seven Secrets Mischung: Pfeffer, Anis, Kurkuma, Koriander, Kardamom, Sechuanpfeffer, Vanille

Aktuelles Küchenlied: Bonnie Prince Billy - Nothing is better.
"We are unhappy, we are unblessed......."