Rotkraut (oder Rotkohl) ist ein klassisches Wintergemüse und aktuell auf den Märkten erhältlich. In Österreich ist Rotkraut vor allem in der rechteckigen Tiefühlverpackung und als Beilage zu Gans und Ente bekannt. Dabei kann man den Vitamin-C-Lieferanten, der sich auch als Hauptspeise sehr gut macht, ganz einfach frisch selbst köcheln.
Unser Rotkraut stammt vom Biohof Adamah, der nicht nur frisches Biogemüse und -obst ins Haus liefert, sondern mittlerweile auch eine große Auswahl an Biolebensmitteln bietet. Damit man weiß, was man mit dem ganzen Gmias anfangen soll, werden auch gleich immer ein paar Rezeptideen ins Kisterl dazugepackt.
Ganz wunderbar war vor etwa zwei Wochen ein Rezept aus dem Buch Geheime Schnatterei auf Reisen von Bianca Gusenbauer (die wiederum vergangenes Wochenende den WUK Lights Markt köstlich bekocht hat), knusprige Erdäpfelpuffer, getoppt mit einer Creme aus Roter Rübe (die mit Feta, Marillenmarmelade, Zitronensaft und Kreuzkümmel eine erstaunlich gute Allianz eingeht und auch als Brotaufstrich sehr gut mundet). Und die Erdäpfel-Mangold-Laibchen aus Nigel Slaters "Tender Gemüse", aus den Laura-Erdäpfeln von Adamah und dem kaskistl Rotkulturkäse Rote Lotte zubereitet, haben auch dem Mitbewohner geschmeckt.
Angeregt von einem solchen Adamah Rezeptblatt gab es am Wochenende eine Rotkrautquiche - adaptiert und ergänzt mit ayurvedischen Gewürzen und mit einem würzigen Ziegenräucherkäse überbacken.
Rotkrautquiche
1 EL Ghee oder Sonnenblumenöl
1 EL Vollrohrzucker
1 Schalotte
1/2 Rotkraut (ca. 150 g)
1 Apfel
Kurkuma, Kreuzkümmel, Asaföetida
1 Stück Blätterteig
150 g Ziegenfrischkäse
50 ml Schlagobers
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskat
50 g Ziegenräucherkäse
Zucker in Ghee oder Öl karamellisieren, fein gehackte Zwiebel mitrösten (nicht allzu dunkel werden lassen), dann das fein geschnittene Rotkraut und den grob geriebenen Apfel dazugeben.
Salzen, pfeffern und mit Kurkuma, Kreuzkümmel und Asaföetida würzen. Mit Wasser aufgießen und bissfest dünsten. Nicht zu viel Wasser auf einmal dazugeben und immer wieder kontrollieren, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Das Rotkraut auskühlen lassen.
Eine Quicheform mit Blätterteig auslegen. Ziegenfrischkäse mit dem Schlagobers und dem Ei verrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Das Rotkraut auf dem Teig verteilen, die Frischkäse-Obers-Mischung darüber verteilen und mit dem klein geschnittenen Ziegenräucherkäse bestreuen. Ca. 30 Minuten backen.
9. Dezember 2014
13. November 2014
Die Linsen vom Berg
Die Viennale ist vorbei, da wäre ja jetzt wieder mehr Zeit zum Köcheln. Sollte frau meinen, ist aber leider nicht so.
Was passt besser zu diesem trüben Novemberwetter als knackige Linsen mit frischem Gemüse und Kräutern? Und ein Frizzante vom netten Weingut Pöcher in Obernalb/Retz vielleicht als Aperitif?
Berglinsen-Gemüse-Topf (2 P.)
100 g Berglinsen (oder Belugalinsen)
1 EL Ghee (oder etwas Pflanzennöl)
1/2 Stangensellerie
1 Karotte
2 Handvoll Blattspinat
1/2 roter Paprika
1 Scheibe Ingwer
2 Lorbeerblätter
100 g Feta
frische Kräuter: Rosmarin, Salbei, Petersilie, Basilikum
Salz
1 MS Kurkuma
1 Spritzer Zitronensaft
Gemüse klein schneiden und in Ghee (oder Pflanzenöl) anbraten: Stangensellerie und Karotte zuerst, dann die Paprikawürfel und zuletzt den Blattspinat dazugeben. Berglinsen waschen und evt. kurz einweichen. Mit einer Scheibe Ingwer und den Lorbeerblättern bissfest köcheln. Nach zehn Minuten das angebratene Gemüse dazugeben und weitere zehn Minuten köcheln lassen. Mit den frischen Kräutern, Zitronensaft, Kurkuma und Salz würzen und abschmecken.
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| Trüffelzeit! |
Feta in kleine Stücke schneiden und auf dem Linsengemüse drapieren. Mit frischen Basilikumblättchen dekorieren.
Man kann natürlich - je nach Verfügbarkeit und Vorlieben - auch anderes Gemüse (Broccoli, Fenchel, Tomaten...) bzw. andere Kräuter (Koriander, Oregano, Thymian...) verwenden. Je bunter, desto hübscher ist der Eintopf anzusehen.
Aushäusig gegessen wurde vergangenes Wochenende auch, bei Freunden - und zwar aufs Feinste: Nach einem Gang Muscheln in Weißweinsoße gab es eine richtig dekadente Eierspeis mit Trüffeln (vom Wiener Trüffelmarkt, zu dem ich es selbst bis dato leider noch nicht geschafft habe), danach Garnelen in einer Tomatensoße und dazu ein paar gute, kürzlich im Kamptal bzw. im Weinviertel erstandene Weiße. Am Ende des Abends rollten wir zurück in die Leopoldstadt :-). Ja, so lässt sich auch ein trüber November aushalten...
26. Oktober 2014
Alla Parmigiana
Diese Schlagzeile gefällt uns: Pizza soll UNESCO-Weltkulturerbe werden. Die Kampagne stammt - no na ned - aus Neapel, soll die lokale Pizzatradition schützen und wird u.a. von Slowfoodgründer Carlo Petrini unterstützt.
Hier kann man übrigens die Petition unterzeichnen: http://www.change.org/p/proteggiamo-il-made-in-italy-la-pizza-come-patrimonio-unesco. Dafür müssen dann Zutaten, Eigenschaften und die Herstellung genauestens definiert werden. Ob die vor Jahren in Perchtoldsdorf gesichtete Pizza mit Spaghetti bolognese (als Belag!) als schützenswert gilt, bezweifle ich allerdings sehr.
Die beiden Italienurlaube im September und Oktober hatten natürlich auch kulinarische Folgen. Der Markt bietet zurzeit ja noch eine Fülle an frischem Gemüse, frau weiß gar nicht, wo sie zuerst zugreifen und was sie verköcheln soll. Ein relativ schlichtes, aber sehr schmackhaftes Gericht ist Melanzani a la parmigiana, hier ein modifiziertes Rezept mit mehr Gemüse.
1 mittlerer oder 2 kleine Melanzani
1/2 - 1 gelber oder roter Paprika
1 - 2 Karotten
ca. 200 ml Passata (oder frische Tomatensoße)
2 EL Ricotta (oder weicher Ziegenkäse)
etwas getrockneter Oregano
frische Kräuter: Basilikum, Rosmarin, Thymian, Petersilie
Salz, Pfeffer
frisch geriebener Parmigiano
2 EL Olivenöl
Semmelbrösel
Eine Backform mit Olivenöl ausstreichen. Melanzani der Länge nach in feine Streifen schneiden, am besten mit einem Käsehobel oder ähnlichem Werkzeug. Paprika ebenfalls in feine Streifen schneiden. Karotte mit einem Gemüseschäler in feine Streifen hobeln. Zuerst eine Lage Melanzani, dann Paprika und Karotten darauf schlichten, salzen und pfeffern. Dann die Hälfte der mit Kräutersalz, Pfeffer und Oregano gewürzten und mit dem Ricotta vermischten Passata (bzw. Tomatensoße und Ziegenkäse) darauf verteilen und ca. ein Drittel des Parmigiano und ein paar Basilikumblätter darüber streuen. Dann wieder eine Gemüseschicht und anschließend Passatamischung darauf verteilen. Mit dem restlichen Parmigiano bestreuen, dann etwas Semmelbrösel darüberstreuen und ein paar Tropfen Olivenöl darüber verteilen oder Butterflöckchen darauf setzen. Nach ca. 40 Minuten im Backrohr duften der Parmesan und das Gemüse um die Wette. Besonders der Rosmarin harmoniert wunderbar mit den fleischigen Melanzani und der Tomatensoße.
Rezept wurde im Juli 2016 aktualisiert.
Hier kann man übrigens die Petition unterzeichnen: http://www.change.org/p/proteggiamo-il-made-in-italy-la-pizza-come-patrimonio-unesco. Dafür müssen dann Zutaten, Eigenschaften und die Herstellung genauestens definiert werden. Ob die vor Jahren in Perchtoldsdorf gesichtete Pizza mit Spaghetti bolognese (als Belag!) als schützenswert gilt, bezweifle ich allerdings sehr.
Die beiden Italienurlaube im September und Oktober hatten natürlich auch kulinarische Folgen. Der Markt bietet zurzeit ja noch eine Fülle an frischem Gemüse, frau weiß gar nicht, wo sie zuerst zugreifen und was sie verköcheln soll. Ein relativ schlichtes, aber sehr schmackhaftes Gericht ist Melanzani a la parmigiana, hier ein modifiziertes Rezept mit mehr Gemüse.
Melanzani-Paprika-Parmigiana (2 P.)
1 mittlerer oder 2 kleine Melanzani
1/2 - 1 gelber oder roter Paprika
1 - 2 Karotten
ca. 200 ml Passata (oder frische Tomatensoße)
2 EL Ricotta (oder weicher Ziegenkäse)
etwas getrockneter Oregano
frische Kräuter: Basilikum, Rosmarin, Thymian, Petersilie
Salz, Pfeffer
frisch geriebener Parmigiano
2 EL Olivenöl
Semmelbrösel
Eine Backform mit Olivenöl ausstreichen. Melanzani der Länge nach in feine Streifen schneiden, am besten mit einem Käsehobel oder ähnlichem Werkzeug. Paprika ebenfalls in feine Streifen schneiden. Karotte mit einem Gemüseschäler in feine Streifen hobeln. Zuerst eine Lage Melanzani, dann Paprika und Karotten darauf schlichten, salzen und pfeffern. Dann die Hälfte der mit Kräutersalz, Pfeffer und Oregano gewürzten und mit dem Ricotta vermischten Passata (bzw. Tomatensoße und Ziegenkäse) darauf verteilen und ca. ein Drittel des Parmigiano und ein paar Basilikumblätter darüber streuen. Dann wieder eine Gemüseschicht und anschließend Passatamischung darauf verteilen. Mit dem restlichen Parmigiano bestreuen, dann etwas Semmelbrösel darüberstreuen und ein paar Tropfen Olivenöl darüber verteilen oder Butterflöckchen darauf setzen. Nach ca. 40 Minuten im Backrohr duften der Parmesan und das Gemüse um die Wette. Besonders der Rosmarin harmoniert wunderbar mit den fleischigen Melanzani und der Tomatensoße.
Rezept wurde im Juli 2016 aktualisiert.
14. Oktober 2014
Allerorts Kürbisrezepte - eines geht noch ;-)
Das vergangene Wochenende führte uns in das verregnete Mailand. Die Bar Basso gilt als Institution in Milano und einer der dortigen Barkeeper als Erfinder des "Negroni sbagliato" ("falscher Negroni"), eines Cocktails, der aus Spumante, Campari und rotem Wermut besteht und in einem Glaspokal mit einem geschätzten Fassungsvermögen von 750 ml serviert wird. Der Eisblock allein dürfte allerdings schon aus einem halben Liter Wasser bestehen, was die Trinkerei (ohne Trinkhalm!) gegen Ende zu einem gefährlichen Unterfangen macht, will man einem Nasenbeinbruch durch den niederstürzenden Eisblock entgehen.Meine Nase hat es unbeschadet überstanden, und so geht es weiter mit herbstlichen Kürbisrezepten. Der vor allem durch seine Biokistlzustellung bekannte und auch auf mehreren Märkten präsente Biohof Adamah hat nicht nur gute Erdäpfel und Gemüse, sondern interessanterweise jetzt auch frischen Kurkuma im Angebot. Da Kurkuma (Gelbwurz) nicht nur supergesund, sondern auch supergelbfärbend ist, ist Obacht auf Küchengerät und Hände (Handschuhe beim Schälen und Reiben oder Hacken anziehen) geboten.
Hokkaidosuppe mit Süßkartoffelchips
1 Hokkaidokürbis
1 EL Ghee
1 MS Koriandersamen, gemahlen
1 Karotte
1 Stk. frische Kurkumawurzel (oder ersatzweise 1/2 TL gemahlener Kurkuma)
klare Gemüsesuppe
ca. 50 ml Kokosmilch
Meersalz
Zitronenpfeffer
gemahlener Kreuzkümmel
Limonencurrypulver
1/2 - 1 frische rote Chilischote
ein paar Petersilblättchen
etwas Kürbiskernöl
1-2 Süßkartoffeln
2-3 EL Olivenöl
etwas Garam Masala
Hokkaido waschen, aushöhlen und in kleine Stücke schneiden. Karotte klein schneiden. Ghee in einem Topf zerlassen und die gemahlenen Koriandersamen anrösten. Das Gemüse dazugeben und kurz anbraten. Mit Gemüsesuppe aufgießen und mit der geschälten, klein geschnittenen Kurkumawurzel, Meersalz, Zitronenpfeffer, Kreuzkümmel, Currypulver und etwas Chili würzen. Kürbis weich köcheln, die Kokosmilch unterrühren und pürieren. Abschmecken und mit den Süßkartoffelchips, fein geschnittener Chilischote und Petersilblättchen und evt. Kürbiskernöl servieren.
Während die Suppe köchelt, ein bis zwei Süßkartoffeln (je nach Größe) schälen und in feine Scheiben hobeln. 2-3 EL Olivenöl mit etwas Garam Masala verrühren und mit den Scheiben vermischen. Die Süßkartoffelchips auf ein leicht geöltes Backblech legen und mit Meersalz bestreuen. In ca. 10 Minuten hellbraun knusprig backen.
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